BARF FAQ

BARF FAQ

Die häufigst gestellten Fragen

zum Thema

BARF – Biologisch artgerechte Rohfütterung


 

Was heißt eigentlich „BARF“?
BARF ist eine Abkürzung, für die es viele Bedeutungen gibt.

Bones And Raw Feed (übersetzt Knochen und rohes Futter)

Born Again Raw Feeders (übersetzt Wiedergeborene Rohfütterer)

Biological Appropriate Raw Food (übersetzt biologisch geeignetes Rohfutter)

Die deutsche Übersetzung lautet „biologisch artgerechte Rohfütterung“.

Im Prinzip weißt jede Bezeichnung auf das Gleich hin, es wird nur anders ausgedrückt.

 

Wie stelle ich am besten auf BARF um?

Bei jungen und gesunden Hunden sollte eine von „Heute auf Morgen“ Umstellung kein Problem sein. Eine Schritt für Schritt Umstellung wäre bei empfindlichen Hunden eher anzuraten.
Ist der Hund älter oder kränkelnd stellt sich meistens noch die Frage, mit welchen leicht verdaulichen Fleisch man die Umstellung anfängt. In der Regel fängt man dann eher mit fettarmen Fleisch, wie Geflügel, an und beginnt mit Gemüse wie Karotten. Knochen sollte man erst nach 4-6 Wochen füttern, wenn sich der Magen des Hundes an die Umstellung einigermassen gewöhnt hat.

 

Kann ich eine ausgewogene Ernährung wirklich selber produzieren?
Ja, aber natürlich!
Sogar besser als jedes Trocken- oder Dosenfutter von der Futtermittelindustrie. Solange man den wichtigsten Grundsatz berücksichtigt : Die Abwechslung! Eine ausgewogene Ernährung mit allen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen benötigt Ihr Hund nicht täglich, sondern in einem Zeitraum von mehreren Wochen. Niemals täglich in seiner Nahrung!
Vielmehr sollte innerhalb eines Zeitraumes von mehreren Wochen dem Hund das Lebensnotwendige über frische, rohe und häufig wechselnde Mahlzeiten zugeführt werden. Meist deckt das aber trotzdem nicht alle Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe ab, daher ist ein Multimineralpräperat notwendig für die Barf Mahlzeit. z.B. Vitakalk oder Cafortan

 

Muß denn jede Mahlzeit ausgewogen sein?
Nein!
Aber Abwechslungsreich sollten die Mahlzeiten möglichst sein.
Wenn man verschiedene Fleischsorten füttert, Muskelfleisch mit Innereien abwechselt und ein vielfältiges  Angebot an Obst ,Gemüse und Öl dazugibt, dann gleichen sich Defizite oder Überangebot einer einzelnen Mahlzeit immer aus.

 

Was sollte man bedenken, wenn man seinen Hund auf BARF umstellen möchte?

Es kann sein das der Hund Entgiftungserscheinungen in Form von vermehrtem Haaren, Schuppen der Haut, eitrige Bindehautentzündung, vermehrte Ohrenschmalzproduktion, leicht breiiger Kot, wechselnde Kotkonsistenz, wässriger Darmsaft am Ende des Kotabsatzes, Blähungen, Durchfall oder auch Erbrechen bekommt. Die Dauer der Entgiftung ist bei jedem Hund unterschiedlich, manche haben garkeine Entgiftungserscheinungen oder erst verspätet.

Sie können den Entgiftungsprozess aber unterstützen mit Kräutern wie z.B. Brennessel, Löwenzahn oder Chlorella  (Algenart). Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von einem guten Tierheilpraktiker zum Thema Entgiftung beraten.

 

Wie errechne ich die Futtermenge für Barf?

 

 

 

Warum bekommt mein Hund immer Durchfall bei  Pansen Fütterung?

Das kann darauf hinweisen, dass ihr Hund zu wenig Darmbakterien besitzt. Diese sind aber notwendig um erstens pflanzliche Futterstoffe zu verdauen und zweitens, um einen Futterwechsel zu puffern. Ebenfalls produzieren die Darmbakterien verschiedene B-Vitamine. Normalerweise nimmt der Hund diese Bakterien beim Fressen von Aas (Hunde sind teilweise Aasfresser) und Innereien (besonders Magen – und Darminhalt) der Beute auf. In sterilem Fertigfutter aus sauberen Näpfen sind diese Bakterien nicht mehr in genügender Menge oder gar nicht enthalten.

 

Was kann ich dagegen tun?
Sie müssen versuchen, die fehlende Darmflora wieder aufzubauen. Sie werden danach selten wieder Sorgen mit Durchfall haben!

Die Möglichkeit besteht darin „probiotische Nahrungsmittel“ (Danone Actimel, Nestle LC1….) mit zu füttern. Allerdings benötigt z.B. ein Schäferhund dabei pro Tag ca. 300ml, das würde wahrscheinlich auf die Dauer zu teuer. Daher empfehle ich Ihnen SymbioPet oder Bactisel. Auch das DarmRein & DarmAktiv von cdVet soll sehr gut sein.

 

Kann ich Trockenfutter/Dosenfutter mit Frischfleisch mischen?

Nein, man sollte niemals Trockenfutter oder Dosenfutter mit Frischfleisch zusammen füttern, das kann sehr schwere Verdauungsprobleme geben, weil beides unterschiedliche Verdauungzeiten haben.  Auch in diesem Fall gibt es Ausnahmen, es gibt Hunde die vertragen es auch gemischt. Nach meiner Erfahrung ist es aber für den Hund bekömmlicher wenn er morgens z.B. Nassfutter bekommt und Abends seine Portion Barf.

 

Warum soll ich das Gemüse und Obst pürieren?
Die Verdauungssäfte des Hundes können die Zellulose des Obst und Gemüses nicht aufschließen, d.h. nicht richtig verwerten und verdauen.
Nur wenn diese durch den Mixer, Pürierstab, Entsafter oder durchs Kochen aufgebrochen werden, kann der Hund Gemüse und Obst verdauen.

Sollte man das Gemüse kochen?

Kann man machen, man sollte allerdings bedenken das beim Kochen auch viele Vitamine verloren gehen. Daher spricht eigentlich nichts dagegen einem gesunden Hund das Gemüse nicht roh zu füttern. Gerne kann man bei Schonkost z.B. die Möhren vorher kochen damit sie einfach besser zu verdauen sind. Bei einigen Gemüse Sorten wie Blumenkohl, Brokkoli, Lauch usw. wäre ein vorher dünsten oder kochen schon angebracht.

 

Ist rohes Fleisch nicht gefährlich?
Nein!! Immer wieder warnen Tierärzte und die Fertigfutterhersteller vor der Fütterung von rohem Fleisch und Knochen. Rohes Fleisch sei gefährlich, es übertrage Parasiten und krankheitserregende Bakterien.
Der Hund ist ein Fleischfresser, d.h. sein Verdauungssystem ist darauf eingestellt rohes Fleisch und Knochen zu verdauen. Der Schlüsselreiz “Fleisch” löst die Produktion von Magensäure aus, welche stark genug sind (stärker als beim Menschen), um Bakterien und Parasiten unschädlich zu machen.
Parasiten und Wurmeier, welche in rohem Fleisch enthalten sein können, werden durch Einfrieren des Futters abgetötet und stellen kaum mehr eine Gefahr für den Hund dar. Zudem kann man auch Fleisch füttern, welches ausschließlich für den menschlichen Verzehr gedacht ist.

 

Welches Fleisch darf ich füttern und welches nicht?

Also Rind, Huhn, Pute, Wild, Kaninchen, Ziege, Schaf, Lamm, Pferd und Fisch.
Eine Ausnahme gilt für Schweinefleisch: Dieses sollte niemals roh verfüttert werden! Wegen dem Aujetzky-Virus auch Pseudowut genannt.

 

Mein Hund mag einfach kein rohes Fleisch, – was tun?
Manche Hunde mögen nicht, was sie nicht kennen.
Entweder verzichten Sie auf rohes Fleisch oder sie kochen das Fleisch und gewöhnen den Hund langsam daran, die Kochzeit dann immer mehr ein wenig reduzieren, bis Sie das Fleisch schließlich nur noch überbrühen müssen, um es dann irgendwann ganz roh zu geben. Oftmals hilft auch ein Mischen mit rohem und gekochtem Fleisch, oder gar etwas Fleisch mit süßlichen Obst z.B. Banane oder Gemüse z.B. Karotten mischen.

 

Welche Knochen darf ich füttern?
Eigentlich fast alle Arten von Knochen, aber nur wenn sie Roh sind und sich viel Fleisch noch daran befindet. Um so leichter ist es für den Hund zu verdauen und die Knochen können nicht splittern.

Keine tragenden oder Röhrenknochen füttern.

Bitte niemals gekochte, gebratene oder in irgendeiner Form erhitze Knochen verfüttern! Dies kann gefährlich werden weil die Knochen somit brüchig werden und splittern!

Achtung bei Markknochen!!! Markknochen sind zersägte Röhrenknochen, dadurch sehr scharfkantig. Man sollte auf jeden fall dabei bleiben wenn man Markknochen füttern möchte und der Hund sollte schon Erfahrung damit haben, denn er sollte nur das Mark „rauslutschen“, dann sollte man dem Hund den Knochen sofort abnehmen. Aus dem einfachen Grund, weil es sonst gefährlich werden könnte, Markknochen bleiben gerne zwischen Zähnen hängen, oder der Hund bleibt  mit dem Unterkiefer oder der Zunge in der Markhöhle stecken. So kann sich ein Hund schwer verletzten. Es sind leider schon viele derartige „Unfälle“ mit Markknochen passiert.

Ich persönlich füttere erst garkeine Markknochen, dafür gibt es ja genug andere Knochenarten. Hier eine kleine Auflistung.

 


Mein Hund verträgt keine Knochen.
Das kommt vor, dann sollten Sie auf keinen Fall Knochen füttern!
Anstatt der Knochen können Sie mit Calciumcitrat, Knochenmehl oder gemörserter Eierschale den Calizumbedarf decken.

Kann ich Knochen gekocht füttern?

Nein! NIEMALS!
Gekochte Knochen sind brüchig und splittern leicht. Das kann zu schweren Darmverletzungen bis hin zu tödlichem Darmverschluss führen.

 

Muss ich Getreide dazu füttern?
Nein! Das ist kein muss, der Hund braucht es nicht in seiner Ernährung, weil er es nicht verwerten kann. Viele Hunde reagieren sogar allergisch auf Getreide. Wenn Ihr Hund aber Getreide verträgt, spricht nichts dagegen es ab und an mit zufüttern. Dann lieber Kohlenhydrate wie gekochte Kartoffeln, Reis oder Nudel dazu füttern.

 

Warum wird empfohlen Fleisch und Getreide zu trennen?

Das Mischen von Fleisch und Getreide kann Blähungen oder andere Verdauungsstörungen verursachen, und zwar wegen der unterschiedlichen Verdaulichkeit dieser Nahrungsmittel. Aus diesem Grund ist ist empfehlenswert, Fleisch und Getreide zu trennen. Bei sehr magenempfindlichen Hunden ist es außerdem ratsam, verschiedenartige Nahrungsmittel immer getrennt zu geben.

 

Kann ich jede Obstsorte füttern?
NEIN, aber auch hierbei fast jede.
Obst sollte wegen der besseren Verträglichkeit und Fruchtsäure grundsätzlich reif, noch besser überreif gefüttert werden. Grundsätzlich bitte keine Weintrauben, die nämlich in größeren Mengen giftig sind.

Ansonsten findet ihr eine kleine Liste hier.

Warum gibt es keine genauen Mengenangaben beim Futter?

Der Bedarf der Hunde ist sehr unterschiedlich. Es hängt unter anderem ab von Geschlecht, Rasse, Aktivität, kastriert oder unkastriert, Jahreszeit u.v.m.
Passen Sie die Menge des Futters Ihrem Hund individuell an. Wenn Sie sehen, dass er abnimmt, füttern Sie mehr, wenn Sie sehen, er nimmt deutlich zu, geben Sie ihm weniger. Aber bleiben Sie in den ausgerechneten Verhältnissen.
Siehe hier

 

Muss ich Salz dem Futter zufügen?
Sie sollten mehrmals wöchentlich eine Prise Salz zugeben, wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, frisch geschlachtetes, blutreiches Fleisch zu füttern. Hunde brauchen Salz.
Unser im Handel erhältliches Fleisch ist abgehangen und damit fast ausgeblutet, so dass die Salzzufuhr nicht ausreicht. Verwenden Sie nach Möglichkeit Meersalz.

 

Muss ich Milch oder Milchprodukte füttern?
Nein! Genau wie Getreide sind Milchprodukte kein MUß, aber man kann! Soweit der Hund es verträgt.

Auslistung der Milchprodukte finden sie hier.

 

Mein Hund trinkt weniger Wasser, seitdem ich barfe!
Das sollte auch so sein und ist völlig normal.
Das Fleisch, besonders aber Gemüse und Obst, enthalten so viel Wasser, dass der Durst geringer wird und die nötige Menge an Flüssigkeit bereits über die Nahrung aufgenommen wird.

 

Mein Hund pinkelt viel mehr/öfter, seit dem ich barfe!
Woran es genau liegt, weiß ich leider nicht, da es bei uns aber auch so ist bzw. war , habe ich schon sehr viel davon gehört dass es bei Barf Anfängern vorkommt. Ich tippe mal auf den höheren Wassergehalt in Fleisch, Obst und Gemüse und natürlich braucht man immer Wasser zum pürieren. Das sollte sich nach einiger Zeit legen, wenn der Hund sich daran gewöhnt hat. Wenn Sie aber auf der sicheren Seite seinen wollen, lassen sie ihren Hund von einem Tierarzt untersuchen.

 

Mein Hund setzt seltener und weniger Kot ab!
Auch das ist ein erfreulicher Effekt der Barf-Fütterung.
Da die Nahrung besser verstoffwechselt wird und ausschließlich Zutaten verfüttert werden, die zum großen Teil komplett verdaut (= verwertet) werden, wird die Kotmenge auch deutlich geringer. Je mehr Getreideprodukte Sie allerdings füttern, desto mehr Kot wird auch abgesetzt.
In der Regel setzt der gebarfte Hund ohne Getreidefütterung ein bis zweimal täglich Kot ab.

 

Warum frisst mein Hund Erde?

Erdeessen, auch Geophagie genannt, weist meistens bei Hundenauf eine möglicherweise instinktiv angegangene Stoffwechsel-Mangelerscheinungen. D.h. dem Hunde fehlen Mineralien und Spurenelement. Diese sollte man dann zusätzlich mit füttern also unters Futter mischen. Ändert es sich da durch nicht, sollte man das Verhalten des Hundes mit einem Tierarzt abklären.

Warum frisst mein Hund Kot?

Hierzu muss man wissen, dass Hunde nicht wie Menschen eine stabile Darmflora besitzen, sondern diese ca. alle 7 Tage auf natürlichem Weg ausstoßen. Die Regeneration der Darmflora erfolgt dann über die Aufnahme mit der Nahrung, z. B. dem Verzehr der Verdauungsorgane der Beutetiere.

Hunde, die nicht naturgerecht ernährt werden, können ihre Darmflora nur ungenügend regenerieren und versuchen, die benötigten Bakterien und Enzyme mit dem Kot anderer Hunde oder anderer Tiere (Pferdeäpfel) aufzunehmen. Auch Mangelerscheinungen sollen darüber kompensiert werden.

Ein gebarfter Hund schnüffelt zwar an fremdem Kot, rührt ihn aber in der Regel dann nicht weiter an.

Quelle: eigene Erfahrung & http://www.barf-fuer-hunde.de/